Vertrauensverlust belastet die Sparkasse

Die Sparkassen, Kreditinstitute für den Durchschnittsbürger, haben sich Kundennähe auf die roten Fahnen geschrieben.

Die Möglichkeit der sicheren und verzinslichen Geldanlage zu bieten und die örtlichen Kreditbedürfnisse zu befriedigen, also die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der gesamten Bevölkerung zu gewährleisten, ist das erstrangige Ziel der Sparkassen.

Doch Sparkassen haben inzwischen zahlreiche Sonderrechte und sind eng mit der Politik verbunden. Kredit-Entscheidungen bei den Sparkassen werden immer öfter nach politischen Kriterien getroffen. Noch genießen Sparkassen und Landesbanken politischen Schutz. Die vielen kleinen Skandale richten aber erhebliche Schäden an, was das Vertrauen der Kunden beschädigt.

Ein großer Teil der Verwaltungsposten bei den Sparkassen sind traditionell mit Politikern besetzt; Landräte, Bürgermeister und Oberbürgermeister sitzen in den Kontrollgremien der örtlichen Sparkasse und leben nicht schlecht davon. Fünfstellige Aufwandsentschädigungen  im Jahr sind keine Seltenheit.

Doch oft bleiben die kleinen Kunden der Sparkasse auf der Strecke.

So wie in Leipzig, wo einer fast 80-Jährigen ein Bausparvertrag verkauft wurde und die alleinstehende Dame zusammen mit ihrer Tochter wild beschimpft wurde, als diese den Vertrag wieder kündigen wollten. Oder kürzlich bei der Sparkasse Bad Ditzenbach in Baden-Württemberg, als ein Ägypter als Kunde abgelehnt wurde, der den allseits bekannten Vornamen Osama trug…

Letztens hat die Geburtstagsfeier des CSU-Politikers und Miesbacher Landrats Jakob Kreidl, die von der Sparkasse gesponsert wurde, wieder gezeigt, was Sparkassen mit dem Geld machen.

Folgen wegen seiner von einer Sparkasse finanzierten Geburtstagsfeier hatte die Affäre umgehend. Nachdem die Medien von dieser Verschwendung landesweit berichteten, wurde der dem Aufsichtsrat der BayernLB angehörende Kreidl als Konsequenz aus dem Gremium des Bayerischen Sparkassenverbands ausgeschlossen.

Die Reihe von kleinen, aber feinen Ungereimtheiten bei der Sparkasse lässt auch diese immer wieder in die Schlagzeilen rücken, wenn es auch nicht um so große Fehltritte wie bei den Großbanken geht.

Die Leichen in den Kellern der Sparkassen sind kleiner, aber nicht minder pikant.

Stetes Wasser höhlt den Stein. Für die Sparkasse heißt das, Vertrauen, auf welches die Sparkassen mehr denn je angewiesen sind, wird permanent zerstört .

Für Millionen Sparkassen-Kunden ist und bleibt aber Vertrauen das höchste Gut, die über 400 Sparkassen sollten nicht damit spielen.

 

Vertrauensverlust belastet die Sparkasse
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